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"Alleen - Straßen mit Zukunft... ? Potenziale, Probleme, Perspektiven"
1. Fachtagung 13.05.2002 Potsdam
Pressemitteilung vom 15.05.2002
Die Referentinnen und Teilnehmerinnen der Fachtagung "Alleen - Straßen mit Zukunft ...? Potenziale, Probleme, Perspektiven" waren sich einig: Alleen haben in Deutschland eine Zukunft! Wer die Umsetzung der Nachhaltigkeit ernst nimmt, muss den Schutz der Alleen aktiv angehen.
Die Tagung, die am 13.5. im Potsdam stattfand, wurde von der Alleenschutzgemeinschaft e.V. und der Friedrich-Ebert-Stiftung Brandenburg durchgeführt. 10 Sachverständige und etwa 80 TeilnehmerInnen, darunter Vertreterinnen von SPD und Bündnis 90 / Die Grünen, diskutierten, wie die Zukunft für die Alleen aussehen kann. Im Vordergrund stand dabei der Appell an die Politik, speziell auch an Bundesverkehrministerium und Bundesumweltministerium, diese Frage gemeinsam aktiv und transparent anzugehen.
Gila Altmann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit griff diesen Hinweis auf. Gemeinsam mit Sylvia Voß, MdB und Reinhold Dellmann, MdL betonte sie die "Gesamtverantwortung von Politik und Gesellschaft für das wertvolle Kulturgut Allee". Alleen haben nach ihren Worten neben der bedeutenden ökologischen auch eine persönliche Bedeutung: "Alleen verändern das Gesichtsfeld des Menschen und fördern sein inneres Gleichgewicht", so Gila Altmann.
Alleen haben in Deutschland eine 400jährige Geschichte. Früher wurden sie als integraler Bestandteil von Straßen und Wegen gezielt angelegt. Heute befinden sie sich im Spannungsfeld zwischen Verkehrssicherheit, Landnutzung, Landschafts- und Naturschutz sowie dem Fremdenverkehr. In diesem Spannungsfeld bewegt sich dementsprechend auch die Landschaftsplanung, so Prof. Dr. Jürgen Peters von der Fachhochschule Eberswalde und Prof. Dr. Klaus Neumann von der TFH Berlin. Alleen sind aber auch ein Stück Lebensqualität, die es zu erhalten und auszubauen gilt.
Ein Lösungsansatz, der von allen Sachverständigen positiv aufgegriffen wurde, ist die Idee des "regionalen Alleenmanagements". Auf diese Weise können die vielseitigen Interessen frühzeitig ausgetauscht und abgeglichen werden. Dr. Kerstin Oerter vom BUND ging noch einen Schritt weiter und forderte ein Alleenschutzprogramm als bewussten Kontrapunkt zum Entwurf der ESAB (Empfehlungen zum Schutz vor Unfällen mit Aufprall auf Bäumen). "Aktion statt Reaktion", bekräftigte Herr Lembcke, UNB Teltow/Fläming, diese Strategie zum Schutz der Alleen.
Alleen sind für einige Bundesländer ein regionales Markenzeichen, das es zu schützen und zu pflegen gilt. Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gingen in diesem Zusammenhang mit positivem Beispiel voran und stellten ihre Alleen frühzeitig unter gesetzlichen Schutz - einen Gesamtbestand von mehr als 16.000 km Länge. In der Landesverfassung von Mecklenburg-Vorpommern wurde festgelegt, dass Alleen zu schützen und zu pflegen sind. Demzufolge werden Neuanpflanzungen an Bundes- und Landesstraßen seit 1994 erfolgreich durchgeführt, so Ingo Lehmann vom Schweriner Umweltministerium.
Aber auch in den westlichen Bundesländern hat gerade die Ausweisung der "Deutschen Alleenstraße" die Diskussion um die Bedeutung der Alleen neu entfacht. Helmut Schneider vom Landesbetrieb Straßen und Verkehr stellte die Nachpflanzungsstrategie in Rheinland-Pfalz vor. Alleen wirken tourismusfördernd und sind so indirekt auch ein Wirtschaftsgut. Und ganz wichtig: Verkehrssicherheit und Alleenschutz sind vereinbar. Dies bestätigten Rainer Hess vom Brandenburgischen Straßenbauamt und Dieter Klaus Franke, Umweltreferent des ADAC und Geschäftsführer der ARGE Deutsche Alleenstraße. Der ADAC - als Vertreter von immerhin 14,5 Millionen Autofahrern - setzte sich schon frühzeitig für den Schutz der Alleen in den neuen Bundesländern ein und, so Herr Franke, dies begrüßen weit über 90 Prozent der Mitglieder. Alleen und ihr Schutz haben in Deutschland eine Zukunft.
Ingo LEHMANN, 1. Vorsitzender der Alleenschutzgemeinschaft e.V.
Christel DEICHMANN, Stellv. Vorsitzende der Alleenschutzgemeinschaft e.V.
Cornelia SEPP, Stellv. Vorsitzende der Alleenschutzgemeinschaft e.V.
Carsten Uwe WERNER, Fr.-Ebert-Stiftung e.V., Landesbüro Brandenburg
Diese Presseerklärung zum Download im PDF-Format finden Sie hier.
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